... newer stories
Dienstag, 3. Juli 2012
Chap. 2: Never ending rain
neverever, 00:05h
Es regnete. Ja, tatsächlich, es regnete, und er hatte natürlich keine Jacke oder etwas Ähnliches dabei. Na super. Mal wieder einer dieser Tage, an denen alles schief lief. Zuerst das etwas karge und nicht gerade schmackhafte Frühstück, dann viel zu viele, langweilige Stunden in der Uni und als letztes, wie ein Sahnehäubchen auf einer Torte, würde er sich auch noch eine Erkältung holen. Fröstelnd stand Zorro unter dem Vordach der Uni und starrte mit hasserfüllten Blicken in den Himmel.
„Hey, Bro, was geht?“, rief in jemand von hinten, der offensichtlich bessere Laune hatte. Jonny & Yosaku, das berühmte Duo, stolzierten in seine Richtung. „Ah, ihr seid es“, war alles, was der Grünhaarige raus bekam, bevor er sich wieder seinem Blickduell mit den Wolken widmete. „Scheinst heute nicht so gut drauf zu sein“, bemerkte Jonny. Eine Antwort bekam er fürs erste nicht.
„Hast du etwa keine dickere Jacke oder einen Regenschirm dabei?“, bohrte Yosaku, der sich ewig blöd anstellende Yosaku, nach. „Ah weißt du, Yosaku, ich warte hier nur noch auf meine Erleuchtung, die wohl darin bestehen wird, dass ich aufgrund deines unglaublich bescheuerten Gelabers, mich morgen erdrosseln werde, damit ich kein Wort mehr aus deinem Mund hören muss“, erwiderte er mit einem Hauch Sarkasmus in der Stimme. „Natürlich hab ich sie nicht dabei! Sonst wär ich doch schon längst weg!“
„Kann ich doch nicht wissen … du musst auch nicht immer so gemein zu mir sein. Ich kann doch nichts dafür, dass du hier alleine rumstehst und dir den Arsch abfrierst!“
„Jaja, ich hab‘s verstanden. Willst du zur Abwechslung nicht mal einen sinnvollen Satz von dir geben? Wenigstens ein Wort? Eine Silbe?“
„Hey, Zorro, nun sei doch nicht so. Wir haben ja verstanden, dass du schlecht drauf bist, da musst du doch nicht gleich so übertreiben!“, ermahnte Johnny den grünhaarigen Miesepeter. Der erwiderte darauf jedoch nichts.
„ … Wir können dich ja ein Stück mitnehmen“, schlug Yosaku vor, der sich jetzt wohl das Ziel gesetzt hatte, Zorro zu beruhigen und aufzuheitern. Einladend schaute er ihn an und bekam nach einem leichten Grummeln ein Nicken zu sehen.
Als Zorro ausstieg, nieselte es nur noch, obwohl sie gerade mal knappe 2 Minuten gefahren waren. Über der Uni hing immer noch ein schwarzer Wolkenvorhang, aber hier tröpfelte es nur leicht. Die dicke Wolkenwand kam jedoch bedrohlich näher. „Ich lauf den Rest“, gab er noch von sich, bevor er die Tür zuknallte und sich mit großen Schritten von dem Auto entfernte.
Obwohl es gerade mal 5 Uhr war, hatte sich die Sonne schon fast gänzlich auf die andere Seite der Welt verkrochen. Man erkannte zwar noch die Silhouetten von ein paar Menschen hier und da, aber nur auf Grund der grellen, hellen Straßenlampen, die überall herumstanden und die Nacht gespenstisch erleuchtete. Es liefen nur noch wenige Leute auf der Straße geumr. Im Großen und Ganzen wirkte die Atmosphäre also sehr dunkel und kalt.
Zorro machte das nichts aus. Er war mit der Dunkelheit aufgewachsen, wie auch mit dem Licht – beide Seiten hatten ihre guten und schlechten Punkte. Einfach gesagt: er hatte noch nie Angst vor der Dunkelheit gehabt. Oder vor irgendetwas anderem.
Je weiter er lief, desto weniger Leben spürte er auf den Straßen. Die großen Anzeigetafeln, das Geräusch von Motoren, die brennenden Lichter in Häusern – all das wurde zunehmend weniger und weniger. Die Ordnung verschwand langsam und machte der Unreinheit und dem Chaos Platz. Kein Wunder, schließlich lebte er ja auch eher in einem Armenviertel der Stadt.
Aus reiner Langeweile schaute er sich die schäbigen und heruntergekommen Gasen und Häuser an. Die meisten kannte er schon auswendig. Ein großes Graffiti zierte eines der ersten Baracken, in rot und grün gehalten. Eine kaputte Anzeigetafel, zu Lebenszeiten schreiend rosa, lag vor dem Hauseingang. Das Haus hatte ein riesiges Loch im Dach. Da lebten sicher nur Obdachlose und Penner.
Plötzlich sah er etwas in einer Nebengasse aufblitzen. Interessiert starrte er in die Dunkelheit.
Am Boden konnte er ein paar Kisten ausmachen, die vor einem Gittereingang aufgestapelt waren. Am Boden lag ein zerfledderter Karton. Und darunter …
‚Unterhalb des Kartons schaut ein Fuß hervor‘,
Dachte Zorro.
‚Ein Fuß …‘
‚Ein Fuß!‘
Endlich wurde er sich seiner eigenen Gedanken bewusst. Ein Fuß unter einem Karton, das sah man wirklich nicht alle Tage. War es eine Leiche? Oder ein Penner? Oder wirklich nur ein abgetrennter Fuß? Er wollte es wissen. Unbedingt. Auch wenn er das Gefühl hatte, im Begriff war, etwas unvorstellbares Gefährliches zu tun, ging er dennoch weiter auf den Karton und den Fuß zu. Langsam beugte er sich herab, hieb den Karton vorsichtig an und blickte in die Finsternis.
Schemenhaft erkannte er eine Gestalt, aber konnte nicht wirklich sagen was es war. Also fasste er sich ein Herz und riss die Kartonage weg. Und da lag …
Eine Leiche!
Erschreckt zuckte er zusammen. Das hatte er jetzt nicht erwartet, hier tatsächlich eine Leiche zu finden. Sowas passierte schließlich nicht jeden Tag. Sie hatte an der Seite eine schlimme Wunde, aus der immer noch Blut austrat. Fast der ganze Bauch war voll mit dem Zeug.
Interessiert betrachtete er das Gesicht des Körpers. Ein Junge von höchstens 18, 19 Jahren, klein für sein Alter. Schwarze Haare, kleine Nase, eine Narbe unter dem Auge. Ein gutaussehender Jugendlicher, der gerade mal seine Volljährigkeit erreicht hatte.
Zögerlich stupste er die Leiche an. Sie war noch warm. Wahrscheinlich erst gerade eben da hingeworfen worden. Und noch nicht lange tot. Ob die Yakuza was damit zu tun hatte?
… Sie war noch warm?
Zorro stupste den Körper abermals an. Und fühlte Wärme.
Mit einem Ruck setzte er sich neben die „Leiche“ und fühlte mit der Hand den Puls am Hals. Ja, da er noch, ganz schwach … der Puls! Die Leiche lebte!
Er musste etwas tun! Sofort! Jetzt! Blitzschnell zog er sein Handy aus der Tasche, wählte die Nummer vom Notruf. „Ja, hallo … ich habe einen Schwerverletzten gefunden, er scheint kurz vor dem Tot zu sein … Äh, keine Ahnung, einfach die vierte Nebengasse in East-Harlem … Was heißt das, sie wollen da nicht hin? Hier geht’s um Menschenleben! Bewegen sie gefälligst ihren Arsch hierher! … Okay, dann bis gleich“, und er legte mit einem Kopfschütteln auf. Manche Leute waren wirklich nicht mehr klar im Hirn.
„Hey, Bro, was geht?“, rief in jemand von hinten, der offensichtlich bessere Laune hatte. Jonny & Yosaku, das berühmte Duo, stolzierten in seine Richtung. „Ah, ihr seid es“, war alles, was der Grünhaarige raus bekam, bevor er sich wieder seinem Blickduell mit den Wolken widmete. „Scheinst heute nicht so gut drauf zu sein“, bemerkte Jonny. Eine Antwort bekam er fürs erste nicht.
„Hast du etwa keine dickere Jacke oder einen Regenschirm dabei?“, bohrte Yosaku, der sich ewig blöd anstellende Yosaku, nach. „Ah weißt du, Yosaku, ich warte hier nur noch auf meine Erleuchtung, die wohl darin bestehen wird, dass ich aufgrund deines unglaublich bescheuerten Gelabers, mich morgen erdrosseln werde, damit ich kein Wort mehr aus deinem Mund hören muss“, erwiderte er mit einem Hauch Sarkasmus in der Stimme. „Natürlich hab ich sie nicht dabei! Sonst wär ich doch schon längst weg!“
„Kann ich doch nicht wissen … du musst auch nicht immer so gemein zu mir sein. Ich kann doch nichts dafür, dass du hier alleine rumstehst und dir den Arsch abfrierst!“
„Jaja, ich hab‘s verstanden. Willst du zur Abwechslung nicht mal einen sinnvollen Satz von dir geben? Wenigstens ein Wort? Eine Silbe?“
„Hey, Zorro, nun sei doch nicht so. Wir haben ja verstanden, dass du schlecht drauf bist, da musst du doch nicht gleich so übertreiben!“, ermahnte Johnny den grünhaarigen Miesepeter. Der erwiderte darauf jedoch nichts.
„ … Wir können dich ja ein Stück mitnehmen“, schlug Yosaku vor, der sich jetzt wohl das Ziel gesetzt hatte, Zorro zu beruhigen und aufzuheitern. Einladend schaute er ihn an und bekam nach einem leichten Grummeln ein Nicken zu sehen.
Als Zorro ausstieg, nieselte es nur noch, obwohl sie gerade mal knappe 2 Minuten gefahren waren. Über der Uni hing immer noch ein schwarzer Wolkenvorhang, aber hier tröpfelte es nur leicht. Die dicke Wolkenwand kam jedoch bedrohlich näher. „Ich lauf den Rest“, gab er noch von sich, bevor er die Tür zuknallte und sich mit großen Schritten von dem Auto entfernte.
Obwohl es gerade mal 5 Uhr war, hatte sich die Sonne schon fast gänzlich auf die andere Seite der Welt verkrochen. Man erkannte zwar noch die Silhouetten von ein paar Menschen hier und da, aber nur auf Grund der grellen, hellen Straßenlampen, die überall herumstanden und die Nacht gespenstisch erleuchtete. Es liefen nur noch wenige Leute auf der Straße geumr. Im Großen und Ganzen wirkte die Atmosphäre also sehr dunkel und kalt.
Zorro machte das nichts aus. Er war mit der Dunkelheit aufgewachsen, wie auch mit dem Licht – beide Seiten hatten ihre guten und schlechten Punkte. Einfach gesagt: er hatte noch nie Angst vor der Dunkelheit gehabt. Oder vor irgendetwas anderem.
Je weiter er lief, desto weniger Leben spürte er auf den Straßen. Die großen Anzeigetafeln, das Geräusch von Motoren, die brennenden Lichter in Häusern – all das wurde zunehmend weniger und weniger. Die Ordnung verschwand langsam und machte der Unreinheit und dem Chaos Platz. Kein Wunder, schließlich lebte er ja auch eher in einem Armenviertel der Stadt.
Aus reiner Langeweile schaute er sich die schäbigen und heruntergekommen Gasen und Häuser an. Die meisten kannte er schon auswendig. Ein großes Graffiti zierte eines der ersten Baracken, in rot und grün gehalten. Eine kaputte Anzeigetafel, zu Lebenszeiten schreiend rosa, lag vor dem Hauseingang. Das Haus hatte ein riesiges Loch im Dach. Da lebten sicher nur Obdachlose und Penner.
Plötzlich sah er etwas in einer Nebengasse aufblitzen. Interessiert starrte er in die Dunkelheit.
Am Boden konnte er ein paar Kisten ausmachen, die vor einem Gittereingang aufgestapelt waren. Am Boden lag ein zerfledderter Karton. Und darunter …
‚Unterhalb des Kartons schaut ein Fuß hervor‘,
Dachte Zorro.
‚Ein Fuß …‘
‚Ein Fuß!‘
Endlich wurde er sich seiner eigenen Gedanken bewusst. Ein Fuß unter einem Karton, das sah man wirklich nicht alle Tage. War es eine Leiche? Oder ein Penner? Oder wirklich nur ein abgetrennter Fuß? Er wollte es wissen. Unbedingt. Auch wenn er das Gefühl hatte, im Begriff war, etwas unvorstellbares Gefährliches zu tun, ging er dennoch weiter auf den Karton und den Fuß zu. Langsam beugte er sich herab, hieb den Karton vorsichtig an und blickte in die Finsternis.
Schemenhaft erkannte er eine Gestalt, aber konnte nicht wirklich sagen was es war. Also fasste er sich ein Herz und riss die Kartonage weg. Und da lag …
Eine Leiche!
Erschreckt zuckte er zusammen. Das hatte er jetzt nicht erwartet, hier tatsächlich eine Leiche zu finden. Sowas passierte schließlich nicht jeden Tag. Sie hatte an der Seite eine schlimme Wunde, aus der immer noch Blut austrat. Fast der ganze Bauch war voll mit dem Zeug.
Interessiert betrachtete er das Gesicht des Körpers. Ein Junge von höchstens 18, 19 Jahren, klein für sein Alter. Schwarze Haare, kleine Nase, eine Narbe unter dem Auge. Ein gutaussehender Jugendlicher, der gerade mal seine Volljährigkeit erreicht hatte.
Zögerlich stupste er die Leiche an. Sie war noch warm. Wahrscheinlich erst gerade eben da hingeworfen worden. Und noch nicht lange tot. Ob die Yakuza was damit zu tun hatte?
… Sie war noch warm?
Zorro stupste den Körper abermals an. Und fühlte Wärme.
Mit einem Ruck setzte er sich neben die „Leiche“ und fühlte mit der Hand den Puls am Hals. Ja, da er noch, ganz schwach … der Puls! Die Leiche lebte!
Er musste etwas tun! Sofort! Jetzt! Blitzschnell zog er sein Handy aus der Tasche, wählte die Nummer vom Notruf. „Ja, hallo … ich habe einen Schwerverletzten gefunden, er scheint kurz vor dem Tot zu sein … Äh, keine Ahnung, einfach die vierte Nebengasse in East-Harlem … Was heißt das, sie wollen da nicht hin? Hier geht’s um Menschenleben! Bewegen sie gefälligst ihren Arsch hierher! … Okay, dann bis gleich“, und er legte mit einem Kopfschütteln auf. Manche Leute waren wirklich nicht mehr klar im Hirn.
... link (0 Kommentare) ... comment
Chap. 1: A totally normal morning
neverever, 02:38h
Sein Rachen war ausgetrocknet, als er aufstand, im Mund hatte er einen faden Geschmack und seine Augen waren so sehr verklebt, dass er Mühe hatte, sie auch nur leicht zu öffnen.
Gott, wie er solche Tage hasste! Ein Start in den Morgen konnte doch nur grausam sein, wenn man sich erst einmal die Augenlieder mit Gewalt auseinander reißen musste. Allerdings war es ja auch seine eigene Schuld gewesen; er hätte das gestrige Besäufnis mit Yosaku & Jonny lieber nicht veranstalten sollen.
Mühsam richtete er sich auf, rieb sich erneut die Augen und stellte seine Füße auf den Fußboden. Mit einem Schwung stand er auf und tapste rüber zum Bad, indem er als erstes die unheimliche Kälte der Fließen registrierte. Mühsam stützte er sich auf dem Waschbecken ab und starrte in den Spiegel. Seine Haare standen in alle Himmelsrichtungen ab und er hatte auch dringend wieder eine Rasur nötig. Also stieg er als aller erstes unter die Dusche.
Das Wasser kam mit einem Fauchen aus der Düse, sein Körper überlief es von Schauern, alle nacheinander, immer stärker werdend. Er drehte das Wasser noch mehr auf, erhöhte die Temperatur, bis sich schon nach wenigen Sekunden Dampfschwaden bildeten und hielt den Kopf unter den Strahl.
Nach der Dusche trocknete er sich gründlich ab und wickelte sich das Handtuch um die Hüfte. Er zückte einen Einwegrasierer und platzierte sich vor dem Spiegel, als ihm seine gerötete Haut wieder auffiel. Auch seine Beine waren rot, obwohl er nur wenige Minuten unter der Dusche gestanden hatte. Sie brannten noch, wenn man sie leicht berührte; erinnerten leicht an einen tomatensüchtigen Krebs. Er verzog das Gesicht bei dem Gedanken und fing an, sich zu rasieren.
Die Klinge fuhr leicht über seine Haut, entfernte die schon etwas länger gewordenen Haarstängel, hinterließ eine raue, wettergegerbte Haut. Als er fertig war, wusch er den Rasierer aus und verstaute die Klinge sorgsam in der oberen Ablage seines etwas schäbigen, aber doch noch funktionierenden Badeschranks.
Seufzend öffnete er ein Badezimmerfenster, sah dabei die Rauchschwaden in der Luft verschwinden und verabschiedete sich von der angenehm feuchten Wärme. Schnell kleidete er sich an, wie immer ein weißes Hemd und eine schwarze, eng anliegenden Jeans. Danach schaute er aus dem Fenster. Es regnete. Vielleicht sollte er doch lieber etwas Dickeres anziehen.
In der Küche erwartete ihn immer noch ein heilloses Durcheinander. Die letzten Tage hatte er nie Zeit, nein, keine Lust gehabt, das Chaos zu beseitigen. Also erwartete ihn jetzt ein Schweinestall, bestehend aus ungewaschenen Tellern, unzähligem benutzten Küchenpapier und einer Reihe verschmutzte Gläser, an denen jetzt schon ein Rand ansetzte.
In all dem Dreck entdeckte er noch eine halbe Pizza, kalt, die ihm seine Kumpel wohl noch dagelassen hatten. Gleichgültig schaute er das Stück gebackenes Brot mit Belag an und griff schließlich zu.
Die Pizza schmeckte alt, erinnerte ihn an abgegangene Fußsohlen, aber das störte ihn nicht. Gewöhnt war er schließlich schon vieles, ein richtiges Mittagessen hatte er schon lange nicht mehr gegessen.
Nach dem Zähneputzen spülte er sich den Mund gründlich aus, betrachtete die großen, weißen Zähne und fuhr sich dann noch mal durch die Haare. Mehr fummelte er nicht an seinem Äußeren rum.
Die Wohnungstür schlug hinter ihm mit einem Knall zu, irgendein bescheuerter Typ hatte wieder ein Fenster im Treppenhaus geöffnet, in der Hoffnung, den immer währenden Gestank zu verscheuchen. Wahrscheinlich ein neuer Mieter oder die Schrulle aus seinem Stock, die immer so sehr auf Sauberkeit & Höflichkeit achtete. Dabei wusste sie doch, dass all das Lüften nichts brachte.
Die wenigen Treppen stürmte er ihm Eilschritt herunter, zog sich nebenher eine Stoffjacke über, stoß die Haustür auf und trat ins Freie. Ein Luftzug schnitt unter seine Klamotten, ließ ihn frösteln. Für Spätfrühling war es noch recht kalt. Er schloss den Reißverschluss seiner Jacke und betrachtete den Himmel. Dunkle Wolken ballten sich zusammen, obwohl die Sonne noch kräftig schien. Ob ein Gewitter aufziehen würde? Nicht weiter daran denkend, machte er sich auf den Weg.
/~~/
Er fröstelte. Seine Brust schmerzte, sein Atem ging nur stoßweise. Langsam setzte er einen Fuß vor den anderen. Sein Blick verschwamm leicht, die Straße war nur noch aus ungleichen Schemen bestehend. Er hielt sich mit dem Arm das schmerzverzerrte Gesicht, versuchte den Schmerz zu unterdrücken.
Schließlich musste es sich an der Wand abstützen, eine kurze Pause machen. Er rutsche ab, landete auf seinen Bauch und verzog das Gesicht bei dem Aufprall. Naja, dann würde er seine Pause eben ihm liegen verbringen und nachher weitergehen. Falls die Pause jemals enden würde.
Jeder Atemzug war eine Qual. Seine Gedanken konzentrierten sich nur auf seine Körperfunktionen, zu beschäftigt, um überhaupt noch zu denken. Er musste seinem Herzen schon fast sagen, dass es weiterschlagen solle. Und doch blieb noch Platz für einen Gedanken, für ein Wort: Angst. Ja, das war alles, was ihm geblieben war, alles, was er noch besaß.
Stöhnend drehte er sich auf den Rücken. Mit seinem Arm strich er über den dreckigen Boden, berührte dabei ein pappiges Gebilde. Mit letzter Kraft zog er es sich über den Körper, verdeckte seine Wunden und schloss die Augen.
Gerettet werden wollte er schon gar nicht mehr werden. Eigentlich hatte er ja nicht vor, so zu sterben, aber eine Wahl hatte er nicht mehr. Er hatte jede seiner Reserven aufgebraucht, war nicht mehr imstande, auch nur einen Finger zu rühren. Und das er voller Angst sterben würde, war wohl sein Schicksal. Nicht vor dem Tod, sondern vor dem Leben.
Langsam schwand das Leben aus dem kleinen, gebrechlichen Körper und zerfiel in tausende kleine Scherben.
Gott, wie er solche Tage hasste! Ein Start in den Morgen konnte doch nur grausam sein, wenn man sich erst einmal die Augenlieder mit Gewalt auseinander reißen musste. Allerdings war es ja auch seine eigene Schuld gewesen; er hätte das gestrige Besäufnis mit Yosaku & Jonny lieber nicht veranstalten sollen.
Mühsam richtete er sich auf, rieb sich erneut die Augen und stellte seine Füße auf den Fußboden. Mit einem Schwung stand er auf und tapste rüber zum Bad, indem er als erstes die unheimliche Kälte der Fließen registrierte. Mühsam stützte er sich auf dem Waschbecken ab und starrte in den Spiegel. Seine Haare standen in alle Himmelsrichtungen ab und er hatte auch dringend wieder eine Rasur nötig. Also stieg er als aller erstes unter die Dusche.
Das Wasser kam mit einem Fauchen aus der Düse, sein Körper überlief es von Schauern, alle nacheinander, immer stärker werdend. Er drehte das Wasser noch mehr auf, erhöhte die Temperatur, bis sich schon nach wenigen Sekunden Dampfschwaden bildeten und hielt den Kopf unter den Strahl.
Nach der Dusche trocknete er sich gründlich ab und wickelte sich das Handtuch um die Hüfte. Er zückte einen Einwegrasierer und platzierte sich vor dem Spiegel, als ihm seine gerötete Haut wieder auffiel. Auch seine Beine waren rot, obwohl er nur wenige Minuten unter der Dusche gestanden hatte. Sie brannten noch, wenn man sie leicht berührte; erinnerten leicht an einen tomatensüchtigen Krebs. Er verzog das Gesicht bei dem Gedanken und fing an, sich zu rasieren.
Die Klinge fuhr leicht über seine Haut, entfernte die schon etwas länger gewordenen Haarstängel, hinterließ eine raue, wettergegerbte Haut. Als er fertig war, wusch er den Rasierer aus und verstaute die Klinge sorgsam in der oberen Ablage seines etwas schäbigen, aber doch noch funktionierenden Badeschranks.
Seufzend öffnete er ein Badezimmerfenster, sah dabei die Rauchschwaden in der Luft verschwinden und verabschiedete sich von der angenehm feuchten Wärme. Schnell kleidete er sich an, wie immer ein weißes Hemd und eine schwarze, eng anliegenden Jeans. Danach schaute er aus dem Fenster. Es regnete. Vielleicht sollte er doch lieber etwas Dickeres anziehen.
In der Küche erwartete ihn immer noch ein heilloses Durcheinander. Die letzten Tage hatte er nie Zeit, nein, keine Lust gehabt, das Chaos zu beseitigen. Also erwartete ihn jetzt ein Schweinestall, bestehend aus ungewaschenen Tellern, unzähligem benutzten Küchenpapier und einer Reihe verschmutzte Gläser, an denen jetzt schon ein Rand ansetzte.
In all dem Dreck entdeckte er noch eine halbe Pizza, kalt, die ihm seine Kumpel wohl noch dagelassen hatten. Gleichgültig schaute er das Stück gebackenes Brot mit Belag an und griff schließlich zu.
Die Pizza schmeckte alt, erinnerte ihn an abgegangene Fußsohlen, aber das störte ihn nicht. Gewöhnt war er schließlich schon vieles, ein richtiges Mittagessen hatte er schon lange nicht mehr gegessen.
Nach dem Zähneputzen spülte er sich den Mund gründlich aus, betrachtete die großen, weißen Zähne und fuhr sich dann noch mal durch die Haare. Mehr fummelte er nicht an seinem Äußeren rum.
Die Wohnungstür schlug hinter ihm mit einem Knall zu, irgendein bescheuerter Typ hatte wieder ein Fenster im Treppenhaus geöffnet, in der Hoffnung, den immer währenden Gestank zu verscheuchen. Wahrscheinlich ein neuer Mieter oder die Schrulle aus seinem Stock, die immer so sehr auf Sauberkeit & Höflichkeit achtete. Dabei wusste sie doch, dass all das Lüften nichts brachte.
Die wenigen Treppen stürmte er ihm Eilschritt herunter, zog sich nebenher eine Stoffjacke über, stoß die Haustür auf und trat ins Freie. Ein Luftzug schnitt unter seine Klamotten, ließ ihn frösteln. Für Spätfrühling war es noch recht kalt. Er schloss den Reißverschluss seiner Jacke und betrachtete den Himmel. Dunkle Wolken ballten sich zusammen, obwohl die Sonne noch kräftig schien. Ob ein Gewitter aufziehen würde? Nicht weiter daran denkend, machte er sich auf den Weg.
/~~/
Er fröstelte. Seine Brust schmerzte, sein Atem ging nur stoßweise. Langsam setzte er einen Fuß vor den anderen. Sein Blick verschwamm leicht, die Straße war nur noch aus ungleichen Schemen bestehend. Er hielt sich mit dem Arm das schmerzverzerrte Gesicht, versuchte den Schmerz zu unterdrücken.
Schließlich musste es sich an der Wand abstützen, eine kurze Pause machen. Er rutsche ab, landete auf seinen Bauch und verzog das Gesicht bei dem Aufprall. Naja, dann würde er seine Pause eben ihm liegen verbringen und nachher weitergehen. Falls die Pause jemals enden würde.
Jeder Atemzug war eine Qual. Seine Gedanken konzentrierten sich nur auf seine Körperfunktionen, zu beschäftigt, um überhaupt noch zu denken. Er musste seinem Herzen schon fast sagen, dass es weiterschlagen solle. Und doch blieb noch Platz für einen Gedanken, für ein Wort: Angst. Ja, das war alles, was ihm geblieben war, alles, was er noch besaß.
Stöhnend drehte er sich auf den Rücken. Mit seinem Arm strich er über den dreckigen Boden, berührte dabei ein pappiges Gebilde. Mit letzter Kraft zog er es sich über den Körper, verdeckte seine Wunden und schloss die Augen.
Gerettet werden wollte er schon gar nicht mehr werden. Eigentlich hatte er ja nicht vor, so zu sterben, aber eine Wahl hatte er nicht mehr. Er hatte jede seiner Reserven aufgebraucht, war nicht mehr imstande, auch nur einen Finger zu rühren. Und das er voller Angst sterben würde, war wohl sein Schicksal. Nicht vor dem Tod, sondern vor dem Leben.
Langsam schwand das Leben aus dem kleinen, gebrechlichen Körper und zerfiel in tausende kleine Scherben.
... link (0 Kommentare) ... comment
Kurzbeschreibung
neverever, 02:37h
-Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.- Der Student Zorro findet eines abends Ruffy halbtot in einer Gasse und bringt ihn ins Krankenhaus. Durch ein paar Probleme zieht Ruffy schließlich bei Zorro ein, der zuerst nicht einerstanden ist, jedoch nachgibt. Was wohl hinter seinem Unmut steckt, wie Ruffy es aus ihm heraus kitzelt und was Ruffy eigentlich passiert ist, erfahrt ihr hier. ZorroxRuffy, P16 Slash (Yaoi; BoyxBoy)
~//~: Ein paar […] später (Stunden, Tage, Wochen etc.) und/oder Perspektivenwechsel
/~~/: Perspektivenwechsel
~//~: Ein paar […] später (Stunden, Tage, Wochen etc.) und/oder Perspektivenwechsel
/~~/: Perspektivenwechsel
... link (0 Kommentare) ... comment
... older stories