Samstag, 17. November 2012
Messages
Und da saßen sie, und aßen zusammen Ramen.

„Hm, lee~cker!“, stieß Ruffy mit einem glücklichen Lächeln aus und schlürfte die Suppe mitsamt Nudeln herunter.
Zorro grinste und aß selbst, jedoch bedeutend langsamer.

„Duu~, Zorro, bekomm ich nochmal?“
„Du hattest schon 2 Schüsseln.“
„… Bekomm ich deine?“
„… Nimm halt.“
„Yeaah~!“

Nach einer Weile schweiften die Gedanken des Studenten jedoch wieder zu Ruffys Verletzungen. „Sag mal, woher hast du eigentlich diesen Bluterguss auf dem rechten Arm?“
„Bluterguss?“ Ruffy drehte seinen Arm, suchte nach dem kleinen violetten Fleck. „Hää, warum hab ich da so’n lila Ding?“

‚ „Lila Ding?“ Der Typ hat sie doch nicht mehr alle‘, dachte Zorro und schlug sich innerlich die Hand vor die Stirn.

„Ne andere Frage, sorgt sich eigentlich niemand um dich? Ich mein‘, deine Eltern oder so.“
„Nö, ich wohne alleine.“
Zorro zog die Augenbrauen hoch. Der Kleine wohnte alleine? Diese wandelnde Katastrophe?

Als die Tür sich mit einem Quietschen öffnete, drehten sich beide ruckartig um.
„Ähm, Iwanaka-san, wir müssten dann jetzt noch ein paar Tests machen. Wenn sie bitte draußen warten würden.“
„Ja, dann werde ich wohl … was, schon so spät!“ Die runde Wanduhr über der Tür verriet dem Studenten, dass es schon 10 Uhr morgens war. Wie lange saß er hier denn schon?

„Musst du noch wohin?“ Ruffy starrte den Grünhaarigen fragend an.
„Ja, eigentlich hab‘ ich noch ein paar Sachen zu tun …“ Der Schwarzhaarige verzog das Gesicht und schmollte. „Aber ich kann ja morgen oder so nochmal vorbei kommen.“
„Yeahh~!“Und schon hatte sich wieder ein breites Grinsen auf Ruffys Gesicht gebildet. „Na dann, bis morgen!“ – „Yo, bis dann.“ Und mit diesen Worten verabschiedete sich Zorro.

~//~

‚Warum hab‘ ich das gemacht? Als ob ich nicht schon genug zu tun hätte. Jetzt muss ich morgen auch noch zum Krankenhaus und einen auf Krankenbesuch machen!‘
Es ärgerte Zorro. Da hatte er einen Moment mal nicht aufgepasst und schon war der ganze Sonntag verplant.
Aber was ihn wirklich ärgerte, war der Umstand, dass er – ohne nachzudenken – zugestimmt hatte. Was sollte das?! Als ihm das nicht schon zu viele Probleme bereitet hatte.
Er war nicht konzentriert genug gewesen. Hatte einfach aus Gefühlen gehandelt. Er hatte Gefühle zugelassen.
Nicht gut. Gar nicht gut. Er sollte unbedingt wieder anfangen zu trainieren. Sich wieder kontrollieren. Und nichts nach außen dringen lassen.

Als Zorro in seiner kleinen Wohnung angekommen war, sah er schon das rote kleine Lämpchen seines Anrufbeantworters blinken. Dass das kleine Ding sich mal nützlich machen würde …
Er drückte auf den Knopf und warf seine Jacke auf das Sofa. In der Küche schaltete er den Kaffeeautomaten an.
„Yo, was geht bei dir, Zorro! Ich und Yosaku gehen heute Abend in die Kneipe ein paar Chicks aufreißen. Du solltest dich auch mal wieder blicken lassen!“ – Düüt. –
„Zorro, meld dich gefälligst mal! Sag mal, wofür hast du ein Telefon, wenn du es nicht benutzt?! Wenn du innerhalb der nächsten Woche nicht anrufst, stell ich dir 100 € in Rechnung!“ – Düüt –

Zorro musste lächeln.‚Nami. Die hatte ich ja voll vergessen. Scheiße.‘

„Zorro? Ruf doch bitte zurück! Ich muss mit dir über das Er-“ Kracks. Mit voller Wucht hatte der Student auf den Apparat gehauen und ihn zum Stillschweigen gebracht.

Das waren genug Nachrichten für heute.

~//~
Nach ein paar Stunden des Lernens lehnte sich Zorro zurück und schaute auf seine getane Arbeit. Für 3 Stunden war das wirklich nicht zu verachten. Und genug für heute. Aber was er jetzt noch machen sollte, wusste er nicht. Vielleicht ‘ne Runde pennen?

„Düdeldüdeldü~, düdeldüdeldü~“

„Ja?“

„Yo, Zorro, was geeht! Du bist ja doch zuhause!“ Yosakus Stimme war so laut und aufdringlich wie immer. „Was? Er ist da?“, rief Johnny im Hintergrund.

„Was gibt’s?“, fragte Zorro offensichtlich gelangweilt in den Hörer.

„Hast du unsere Nachricht nich‘ abgehört? Was ist mit heute Abend?“

Ach ja, die Kneipe. Hatte der Grünhaarige ganz vergessen.

„Nee, heute nich‘.“

„Aw, warum nich?“ Dieses Mal war es ein einstimmiges Geheul.

„Zu müde. Muss mich erst mal aufs Ohr hauen.“

Dass Zorro müde war, überraschte die beiden nicht, aber dass er die Gelegenheit sich zu besaufen, auch sausen ließ, war dann doch reichlich komisch.

„Wann sind Sie denn heute aufgestanden, Iwanaka-san?“, fragte Yosaku mit einer ärtzlich-mütterlichen Stimme.

„Hm, ich glaub es war 20 vor 7 oder so ….“

„WAAAAS?!“
Fast hätte Zorro den Hörer weggeworfen, nur um seine armen Ohren vor einer bleibenden Verletzung zu schützen.
„Was machst du so früh am Morgen?!“

Na super. Jetzt hatte er sich auch noch verplappert. Als ob er Lust hatte, den beiden alles zu erzählen, was gestern und heute Morgen geschehen war.

„Ähh … spazieren gehen?“

„Wir sind in ‘ner halben Stunde bei dir.“ -- Düüt ---


--
Nuuu, das wars mal wieder :3
Länger her, aber wieder da :*
Hoffentlisch hats eusch gefallennn ~
Ja, ich hab komische Trips. v.v
See ya ~ :D

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Dienstag, 3. Juli 2012
What the ...?
Mampf. Schluck. Würg.

Der Raum war erfüllt von Essgeräuschen, einzig und allein von dem wieder etwas farbigerem Patient in dem Bett kommend. Essensreste flogen um ihn herum, auf dem Nachtisch standen schon eine Reihe von leeren Tellern, der langsam drohte umzufallen. Sein Nachthemd war schon mit Flecken übersät, im Augenblick musste aber eher die Bettdecke leiden. Kein Wunder, wenn man auch direkt darüber isst.

Zorro saß jetzt bestimmt schon eine geschlagene halbe Stunde daneben und konnte nur den Kopf schütteln. Wie konnte diese Leiche nur mit so einem Hunger essen, wo er doch noch vor einer knappen Stunde zitternd in der Ecke gesessen hatte und sich vor alles und jedem gefürchtet hatte? Besonders, was war wohl passiert, dass er sich so fürchtete?

Interessiert musterte der Student den Jungen jetzt doch näher. Er war klein für sein Alter, das Zorro inzwischen durch die Krankenakte herausgefunden hatte, 19. Sein Körper war recht schlank, obwohl er unter dem Nachthemd ein paar Muskeln vermutete, was man an den leicht bläulich scheinenden Adern an den Armen eigentlich ablesen konnte*. Schwarze, halblange Haare lagen ihm über den Ohren, struppig und ohne einen wirklichen Haarschnitt. Unter dem rechten braunen Auge hatte er eine kleine Narbe. Was Zorro jedoch auf auffiel, war ein kleiner Bluterguss auf der Unterseite des rechten Arms.

„Hey, woher hast du das denn?“

Stille.
Zorro schaute hoch.
Und stoß einen Lacher aus.

Der Typ war eingeschlafen!

Eingeschlafen während dem Essen! Obwohl, das schien er wohl leer gegessen zu haben …

Der Student räumte die Teller weg und brachte sie zu dem brummigen Krankenpfleger namens Simon.

„Denkst du, ich hab‘ nichts anderes zu tun als dein Geschirr abzuwaschen?!“

Und so musste Zorro die dreckigen Teller wohl oder übel selber abspülen.
‚Warum mache ich all das hier überhaupt? Ist ja nicht so, als ob ich die Pflicht hätte oder was bekommen würde.‘
Aber irgendwie hatte der Grünhaarige auch das Gefühl, hier bleiben zu müssen, nach dem Jungen zu schauen. Er hatte ihn schließlich gerettet. Hatte er dann auch die Verantwortung?

‚Unsinn.‘

Und doch: als er das Geschirr fertig gespült hatte, ging er mit ein paar wenigen Schritten zurück in das Krankenzimmer und setzte sich auf den am Bett stehenden Stuhl.

~//~

Er schreckte aus dem Schlaf herauf und flog daraufhin fast vom Stuhl, konnte sich aber noch gerade fangen und den Stuhl wieder in die richtige Position rücken. Als er aufschaute, starrten in 2 große, neugierige Augen an.

„Ähm … Morgen?“, erwiderte er zögernd und vorsichtig dem Jungen gegenüber.
„Hm, wer bist du denn?“
„Äh, ich- … also ich bin- … Ich heiße Zorro.“
„Hm, dich kenne ich aber nicht. Naja, auch egaaal. Ich bin Ruffy!“

Zu überrascht von dem Verhalten des Jungen war Zorro erst mal perplex. Da wachte er auf und verhielt sich plötzlich völlig normal, ohne irgendwelche Ängste und Furcht? Okay, zugegeben, das war dann doch eher der Wortlaut eines kleinen Kindes, aber trotzdem …

„Waah, was hab ich denn an? Und wo bin ich überhaupt? … Woaah, hier ist ja alles voller Geräte!“


Und Zorro konnte immer noch nicht anders als den Jungen einfach nur anzustarren. Was war hier zum Teufel noch mal los? Hatten sie etwa die Patienten vertauscht, als er geschlafen hatte?

„Hey, weißt du was ich hier mache? Das ist ja echt voll komisch!“
„Du … *räusper*.Also erst mal, das hier ist ein Krankenhaus. Ich habe dich in einer Gasse in East-Harlem gefunden, weißt du nicht mehr? Du warst kurz vor dem Tod!“

„Kurz vor dem Tod? … Hä?“
Zorro fuhr auf. „Was heißt hier ‚Hä‘! Sag mal, haste jetzt auch noch dein Gedächtnis verloren?“
„Hey, schrei mich nich‘ so an! Warum sollte ich denn bitteschön kurz vor dem Tod auf der Straße liegen? Das ergibt doch keinen Sinn, man!“

Zorro starrte Ruffy noch eine Weile an, bevor er sich zusammen nahm und wieder auf seinen Stuhl setzte. Keine Chance, bei dem war doch alles verloren. Da konnte man nur mit dem Kopfschütteln.

„Ähm, sag mal, hast du noch was zu essen?“
„Essen? Du hast doch gerade erst ein paar Kilo Fleisch verdrückt!“
„… Hab ich? Hm … Ich hab‘ aber Hunger!“ Trotzig schaute der Schwarzhaarige den Studenten an.

Und der? Der konnte nur mit dem Kopf schütteln.

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*Hierbei meine ich keine Verletzungen, sondern: Ruffy hat eine dünne Haut (kleiner Körperfettanteil), deswegen scheinen seine Adern durch.

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Dienstag, 3. Juli 2012
Chap. 2: Never ending rain
Es regnete. Ja, tatsächlich, es regnete, und er hatte natürlich keine Jacke oder etwas Ähnliches dabei. Na super. Mal wieder einer dieser Tage, an denen alles schief lief. Zuerst das etwas karge und nicht gerade schmackhafte Frühstück, dann viel zu viele, langweilige Stunden in der Uni und als letztes, wie ein Sahnehäubchen auf einer Torte, würde er sich auch noch eine Erkältung holen. Fröstelnd stand Zorro unter dem Vordach der Uni und starrte mit hasserfüllten Blicken in den Himmel.

„Hey, Bro, was geht?“, rief in jemand von hinten, der offensichtlich bessere Laune hatte. Jonny & Yosaku, das berühmte Duo, stolzierten in seine Richtung. „Ah, ihr seid es“, war alles, was der Grünhaarige raus bekam, bevor er sich wieder seinem Blickduell mit den Wolken widmete. „Scheinst heute nicht so gut drauf zu sein“, bemerkte Jonny. Eine Antwort bekam er fürs erste nicht.

„Hast du etwa keine dickere Jacke oder einen Regenschirm dabei?“, bohrte Yosaku, der sich ewig blöd anstellende Yosaku, nach. „Ah weißt du, Yosaku, ich warte hier nur noch auf meine Erleuchtung, die wohl darin bestehen wird, dass ich aufgrund deines unglaublich bescheuerten Gelabers, mich morgen erdrosseln werde, damit ich kein Wort mehr aus deinem Mund hören muss“, erwiderte er mit einem Hauch Sarkasmus in der Stimme. „Natürlich hab ich sie nicht dabei! Sonst wär ich doch schon längst weg!“

„Kann ich doch nicht wissen … du musst auch nicht immer so gemein zu mir sein. Ich kann doch nichts dafür, dass du hier alleine rumstehst und dir den Arsch abfrierst!“

„Jaja, ich hab‘s verstanden. Willst du zur Abwechslung nicht mal einen sinnvollen Satz von dir geben? Wenigstens ein Wort? Eine Silbe?“

„Hey, Zorro, nun sei doch nicht so. Wir haben ja verstanden, dass du schlecht drauf bist, da musst du doch nicht gleich so übertreiben!“, ermahnte Johnny den grünhaarigen Miesepeter. Der erwiderte darauf jedoch nichts.

„ … Wir können dich ja ein Stück mitnehmen“, schlug Yosaku vor, der sich jetzt wohl das Ziel gesetzt hatte, Zorro zu beruhigen und aufzuheitern. Einladend schaute er ihn an und bekam nach einem leichten Grummeln ein Nicken zu sehen.

Als Zorro ausstieg, nieselte es nur noch, obwohl sie gerade mal knappe 2 Minuten gefahren waren. Über der Uni hing immer noch ein schwarzer Wolkenvorhang, aber hier tröpfelte es nur leicht. Die dicke Wolkenwand kam jedoch bedrohlich näher. „Ich lauf den Rest“, gab er noch von sich, bevor er die Tür zuknallte und sich mit großen Schritten von dem Auto entfernte.

Obwohl es gerade mal 5 Uhr war, hatte sich die Sonne schon fast gänzlich auf die andere Seite der Welt verkrochen. Man erkannte zwar noch die Silhouetten von ein paar Menschen hier und da, aber nur auf Grund der grellen, hellen Straßenlampen, die überall herumstanden und die Nacht gespenstisch erleuchtete. Es liefen nur noch wenige Leute auf der Straße geumr. Im Großen und Ganzen wirkte die Atmosphäre also sehr dunkel und kalt.

Zorro machte das nichts aus. Er war mit der Dunkelheit aufgewachsen, wie auch mit dem Licht – beide Seiten hatten ihre guten und schlechten Punkte. Einfach gesagt: er hatte noch nie Angst vor der Dunkelheit gehabt. Oder vor irgendetwas anderem.

Je weiter er lief, desto weniger Leben spürte er auf den Straßen. Die großen Anzeigetafeln, das Geräusch von Motoren, die brennenden Lichter in Häusern – all das wurde zunehmend weniger und weniger. Die Ordnung verschwand langsam und machte der Unreinheit und dem Chaos Platz. Kein Wunder, schließlich lebte er ja auch eher in einem Armenviertel der Stadt.

Aus reiner Langeweile schaute er sich die schäbigen und heruntergekommen Gasen und Häuser an. Die meisten kannte er schon auswendig. Ein großes Graffiti zierte eines der ersten Baracken, in rot und grün gehalten. Eine kaputte Anzeigetafel, zu Lebenszeiten schreiend rosa, lag vor dem Hauseingang. Das Haus hatte ein riesiges Loch im Dach. Da lebten sicher nur Obdachlose und Penner.

Plötzlich sah er etwas in einer Nebengasse aufblitzen. Interessiert starrte er in die Dunkelheit.
Am Boden konnte er ein paar Kisten ausmachen, die vor einem Gittereingang aufgestapelt waren. Am Boden lag ein zerfledderter Karton. Und darunter …

‚Unterhalb des Kartons schaut ein Fuß hervor‘,
Dachte Zorro.
‚Ein Fuß …‘
‚Ein Fuß!‘

Endlich wurde er sich seiner eigenen Gedanken bewusst. Ein Fuß unter einem Karton, das sah man wirklich nicht alle Tage. War es eine Leiche? Oder ein Penner? Oder wirklich nur ein abgetrennter Fuß? Er wollte es wissen. Unbedingt. Auch wenn er das Gefühl hatte, im Begriff war, etwas unvorstellbares Gefährliches zu tun, ging er dennoch weiter auf den Karton und den Fuß zu. Langsam beugte er sich herab, hieb den Karton vorsichtig an und blickte in die Finsternis.

Schemenhaft erkannte er eine Gestalt, aber konnte nicht wirklich sagen was es war. Also fasste er sich ein Herz und riss die Kartonage weg. Und da lag …
Eine Leiche!

Erschreckt zuckte er zusammen. Das hatte er jetzt nicht erwartet, hier tatsächlich eine Leiche zu finden. Sowas passierte schließlich nicht jeden Tag. Sie hatte an der Seite eine schlimme Wunde, aus der immer noch Blut austrat. Fast der ganze Bauch war voll mit dem Zeug.

Interessiert betrachtete er das Gesicht des Körpers. Ein Junge von höchstens 18, 19 Jahren, klein für sein Alter. Schwarze Haare, kleine Nase, eine Narbe unter dem Auge. Ein gutaussehender Jugendlicher, der gerade mal seine Volljährigkeit erreicht hatte.

Zögerlich stupste er die Leiche an. Sie war noch warm. Wahrscheinlich erst gerade eben da hingeworfen worden. Und noch nicht lange tot. Ob die Yakuza was damit zu tun hatte?

… Sie war noch warm?
Zorro stupste den Körper abermals an. Und fühlte Wärme.
Mit einem Ruck setzte er sich neben die „Leiche“ und fühlte mit der Hand den Puls am Hals. Ja, da er noch, ganz schwach … der Puls! Die Leiche lebte!

Er musste etwas tun! Sofort! Jetzt! Blitzschnell zog er sein Handy aus der Tasche, wählte die Nummer vom Notruf. „Ja, hallo … ich habe einen Schwerverletzten gefunden, er scheint kurz vor dem Tot zu sein … Äh, keine Ahnung, einfach die vierte Nebengasse in East-Harlem … Was heißt das, sie wollen da nicht hin? Hier geht’s um Menschenleben! Bewegen sie gefälligst ihren Arsch hierher! … Okay, dann bis gleich“, und er legte mit einem Kopfschütteln auf. Manche Leute waren wirklich nicht mehr klar im Hirn.

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Chap. 1: A totally normal morning
Sein Rachen war ausgetrocknet, als er aufstand, im Mund hatte er einen faden Geschmack und seine Augen waren so sehr verklebt, dass er Mühe hatte, sie auch nur leicht zu öffnen.

Gott, wie er solche Tage hasste! Ein Start in den Morgen konnte doch nur grausam sein, wenn man sich erst einmal die Augenlieder mit Gewalt auseinander reißen musste. Allerdings war es ja auch seine eigene Schuld gewesen; er hätte das gestrige Besäufnis mit Yosaku & Jonny lieber nicht veranstalten sollen.

Mühsam richtete er sich auf, rieb sich erneut die Augen und stellte seine Füße auf den Fußboden. Mit einem Schwung stand er auf und tapste rüber zum Bad, indem er als erstes die unheimliche Kälte der Fließen registrierte. Mühsam stützte er sich auf dem Waschbecken ab und starrte in den Spiegel. Seine Haare standen in alle Himmelsrichtungen ab und er hatte auch dringend wieder eine Rasur nötig. Also stieg er als aller erstes unter die Dusche.

Das Wasser kam mit einem Fauchen aus der Düse, sein Körper überlief es von Schauern, alle nacheinander, immer stärker werdend. Er drehte das Wasser noch mehr auf, erhöhte die Temperatur, bis sich schon nach wenigen Sekunden Dampfschwaden bildeten und hielt den Kopf unter den Strahl.

Nach der Dusche trocknete er sich gründlich ab und wickelte sich das Handtuch um die Hüfte. Er zückte einen Einwegrasierer und platzierte sich vor dem Spiegel, als ihm seine gerötete Haut wieder auffiel. Auch seine Beine waren rot, obwohl er nur wenige Minuten unter der Dusche gestanden hatte. Sie brannten noch, wenn man sie leicht berührte; erinnerten leicht an einen tomatensüchtigen Krebs. Er verzog das Gesicht bei dem Gedanken und fing an, sich zu rasieren.

Die Klinge fuhr leicht über seine Haut, entfernte die schon etwas länger gewordenen Haarstängel, hinterließ eine raue, wettergegerbte Haut. Als er fertig war, wusch er den Rasierer aus und verstaute die Klinge sorgsam in der oberen Ablage seines etwas schäbigen, aber doch noch funktionierenden Badeschranks.

Seufzend öffnete er ein Badezimmerfenster, sah dabei die Rauchschwaden in der Luft verschwinden und verabschiedete sich von der angenehm feuchten Wärme. Schnell kleidete er sich an, wie immer ein weißes Hemd und eine schwarze, eng anliegenden Jeans. Danach schaute er aus dem Fenster. Es regnete. Vielleicht sollte er doch lieber etwas Dickeres anziehen.

In der Küche erwartete ihn immer noch ein heilloses Durcheinander. Die letzten Tage hatte er nie Zeit, nein, keine Lust gehabt, das Chaos zu beseitigen. Also erwartete ihn jetzt ein Schweinestall, bestehend aus ungewaschenen Tellern, unzähligem benutzten Küchenpapier und einer Reihe verschmutzte Gläser, an denen jetzt schon ein Rand ansetzte.

In all dem Dreck entdeckte er noch eine halbe Pizza, kalt, die ihm seine Kumpel wohl noch dagelassen hatten. Gleichgültig schaute er das Stück gebackenes Brot mit Belag an und griff schließlich zu.

Die Pizza schmeckte alt, erinnerte ihn an abgegangene Fußsohlen, aber das störte ihn nicht. Gewöhnt war er schließlich schon vieles, ein richtiges Mittagessen hatte er schon lange nicht mehr gegessen.

Nach dem Zähneputzen spülte er sich den Mund gründlich aus, betrachtete die großen, weißen Zähne und fuhr sich dann noch mal durch die Haare. Mehr fummelte er nicht an seinem Äußeren rum.

Die Wohnungstür schlug hinter ihm mit einem Knall zu, irgendein bescheuerter Typ hatte wieder ein Fenster im Treppenhaus geöffnet, in der Hoffnung, den immer währenden Gestank zu verscheuchen. Wahrscheinlich ein neuer Mieter oder die Schrulle aus seinem Stock, die immer so sehr auf Sauberkeit & Höflichkeit achtete. Dabei wusste sie doch, dass all das Lüften nichts brachte.

Die wenigen Treppen stürmte er ihm Eilschritt herunter, zog sich nebenher eine Stoffjacke über, stoß die Haustür auf und trat ins Freie. Ein Luftzug schnitt unter seine Klamotten, ließ ihn frösteln. Für Spätfrühling war es noch recht kalt. Er schloss den Reißverschluss seiner Jacke und betrachtete den Himmel. Dunkle Wolken ballten sich zusammen, obwohl die Sonne noch kräftig schien. Ob ein Gewitter aufziehen würde? Nicht weiter daran denkend, machte er sich auf den Weg.

/~~/

Er fröstelte. Seine Brust schmerzte, sein Atem ging nur stoßweise. Langsam setzte er einen Fuß vor den anderen. Sein Blick verschwamm leicht, die Straße war nur noch aus ungleichen Schemen bestehend. Er hielt sich mit dem Arm das schmerzverzerrte Gesicht, versuchte den Schmerz zu unterdrücken.

Schließlich musste es sich an der Wand abstützen, eine kurze Pause machen. Er rutsche ab, landete auf seinen Bauch und verzog das Gesicht bei dem Aufprall. Naja, dann würde er seine Pause eben ihm liegen verbringen und nachher weitergehen. Falls die Pause jemals enden würde.

Jeder Atemzug war eine Qual. Seine Gedanken konzentrierten sich nur auf seine Körperfunktionen, zu beschäftigt, um überhaupt noch zu denken. Er musste seinem Herzen schon fast sagen, dass es weiterschlagen solle. Und doch blieb noch Platz für einen Gedanken, für ein Wort: Angst. Ja, das war alles, was ihm geblieben war, alles, was er noch besaß.

Stöhnend drehte er sich auf den Rücken. Mit seinem Arm strich er über den dreckigen Boden, berührte dabei ein pappiges Gebilde. Mit letzter Kraft zog er es sich über den Körper, verdeckte seine Wunden und schloss die Augen.

Gerettet werden wollte er schon gar nicht mehr werden. Eigentlich hatte er ja nicht vor, so zu sterben, aber eine Wahl hatte er nicht mehr. Er hatte jede seiner Reserven aufgebraucht, war nicht mehr imstande, auch nur einen Finger zu rühren. Und das er voller Angst sterben würde, war wohl sein Schicksal. Nicht vor dem Tod, sondern vor dem Leben.

Langsam schwand das Leben aus dem kleinen, gebrechlichen Körper und zerfiel in tausende kleine Scherben.

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Kurzbeschreibung
-Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.- Der Student Zorro findet eines abends Ruffy halbtot in einer Gasse und bringt ihn ins Krankenhaus. Durch ein paar Probleme zieht Ruffy schließlich bei Zorro ein, der zuerst nicht einerstanden ist, jedoch nachgibt. Was wohl hinter seinem Unmut steckt, wie Ruffy es aus ihm heraus kitzelt und was Ruffy eigentlich passiert ist, erfahrt ihr hier. ZorroxRuffy, P16 Slash (Yaoi; BoyxBoy)

~//~: Ein paar […] später (Stunden, Tage, Wochen etc.) und/oder Perspektivenwechsel
/~~/: Perspektivenwechsel

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